Archiv für August 25th, 2008
Haus der Jugend
Was macht ein von Stress geplagter, armer und fauler Abiturient wenn er eine Übernachtungsmöglichkeit in Frankfurt braucht: Richtig, eine Jugendherberge muss her.
Wer dabei nicht ewig weit aus Frankfurt raus will für den gibt es nur eine Lösung: Das Haus der Jugend.
Auch wenn man einen Jugendherbergsausweis benötigt (kann ganz einfach beim Einchecken gekauf/beantragt werden) so sind die Preise völlig in Ordnung.
Nun ja, bei meiner Ankunft kam allerdings schon das erste Problem auf: Einen Parkplatz gibt es nicht. Weiter schlimm ist das nicht, da die meisten dort warscheinlich eh ohne Auto anreisen, aber in meinem Fall stand ich erstmal doof da. Aber dank der freundlichen Mitarbeiter dort ist alles kein Problem: Kurz auf dem Mitarbeiterparkplatz geparkt, zur Rezeption gegangen, nachgefragt, ne Karte mit Beschreibung zum nächsten Parkhaus bekommen und 5 Minuten später war ich in einem nicht weit entfernten und billigen (6€ für die eine Nacht) Parkhaus.
Das einchecken und beantragen des Jugendherbergsausweises verlief einfach und problemlos. So wie ich das sehe arbeiten da hauptsächlich Zivis, die einem freundlich begegnen und unkompliziert alle Fragen beantworten. So stand zwar in meiner Reservierung, dass bei Anreisen nach 18:00 bescheid gesagt werden muss, aber bei dem Telefonat mit den netten Herren klang das schon alles viel lockerer und war auch gar kein Problem.
Hat man sich im Eingangsbereich noch wie in einem Hotel gefühlt, so wurde man auf den Zimmern daran erinnert, dass es sich eben doch um eine Jugendherberge handelt. Kleine Zimmer und harte Betten waren angesagt. Auch die Hausordnung und deren Einhaltung entsprach dem was man von Klassenfahrten kannte…. oder hat sich bei euch damals jemals jemand daran gehalten wenn es hieß „Um 10 Uhr ist Nachtruhe“
Aber darauf hatte ich mich ja schon eingestellt, und so habe ich einfach so lange Scrubsfolgen aufm Laptop geguckt bis ich zu müde war auch noch den kleinsten Lärm zu hören.
Bis auf die Größe war das Zimmer total in Ordnung und auch das kleine Bad war sauber und hat seinen Dienst getan.
Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich auf das im Preis enthaltene Frühstück verzichten und schnonmal zum MCs im Bahnhof gehen um gleich dort den Hotspot zu nutzen und diesen kleinen Eintrag zu schreiben. Doch ich kann nur sagen: Gott sei dank hat mir der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das im Preis enthaltene Frühstück selber war nichts außergewöhnliches, aber ich hab auch schon schlechter gegessen. Und vielleicht würde ich ja auch noch einige interessante Leute kennen.
Also gleich mal zu einem Jugendlichen in meinem Alter gesetzt und versucht ein Gespräch anzufangen. Ich bekam dann gerdae so heraus, dass er in Frankfurt war um sich die Stadt anzusehen und lies es dabei. Er hatte offensichtlich schlechte Laune, wofür ich einfach mal das Wetter verantwortlich mache…
Als nächstes gessellte sich dann ein Engländer zu mir (zumindest glaube ich, dass er Engländer war, da er einen englischen Akzent hatte, aber dennoch irgendwie wie ein Ami sprach). Ich sah die Chance mein eingerostetes Englisch wieder ein bischen zu tranieren – doch Pustekuchen. Ich woltle höflich sein und warten bis er kurz Pause macht vom essen und ihn nicht mit vollem Mund ansprechen (schließlich will ich ja nicht das Cliche vom unfreundlichen Deutschen erfüllen
) doch ich war machtlos. Einen solchen Moment gab es nur, als er gerade am telefonieren war…
Er hatte es also offensichtlich eilig. Ganz im Gegenteil zu den beiden Damen die sich wenig später dazugesellten. Nach dem üblichen anfänglichen Smalltalkgedöns (Wetter, Grund des Aufenthalts, was macht ihr sonst so…) kam sogar ein fundiertes Gespräch über die Partymöglichkeiten in Sachsenhausen und danach über allen möglichen Studien- und Ausbildungskrams zustande.
Das Frühstück war also doch nicht ganz erfolglos und so ging ich gut gestärkt in den zweiten Tag der Wohnungssuche.
Abschließend noch ein Wort zu der traumhaften Lage der Herberge: Man ist dort direkt am Main und hat einen super Blick auf die Skyline von Frankfurt. Leider war mein Zimmer auf der anderen Seite, aber ich denke, wenn man nachfragt und die Zimer nicht alle belegt sind, ist es auch kein Problem ein Zimmer mit Blick auf die Stadt zu bekommen.
Das Haus der Jugend kann ich nur jedem empfehlen der günstig in Frankfurt übernachten will. Länger würde ich mich allerdings nicht mit den harten Betten zufrieden geben, aber auch das ist ja Geschmackssache. Wer sich überlegt eine kleine Tour durch große Städte zu machen, für den rechnet sich der Herbergsausweis sogar noch mehr: Auf der ganzen Welt gibt es Jugendherbergen, welche mit diesem Ausweis besucht werden können, In Deutschland sogar besonders viele:
http://www.jugendherberge.de/de/jugendherbergen/suche/index.jsp
